Symptome allgemein:

- Fisch hält sich isoliert von den anderen auf
- Fisch bewegt sich ungewöhnlich, (träge, liegt nur auf dem Boden oder versteckt sich)
- Fisch kommt nicht, wenn gefüttert wird, frisst nicht
- Aufgequollener Körper
- Farbe ist verändert
- Hautveränderungen: weiße Punkte, weißer Belage ...
- hektische Atmung
- Fisch klemmt die Flossen

Mögliche Ursachen allgemein:

Eine gewisse Zahl von Krankheitserreger befinden sich zu jeder Zeit in jedem Becken. Eine Krankheit kann also theoretisch jederzeit ausbrechen. Nun braucht man aber keine Panik zu schieben, denn schließlich sind wir Menschen ebenfalls täglich einer großen Anzahl Bakterien, Keimen und sonstigen Krankheitserregern ausgesetzt und sind nicht ständig krank. Unsere Fische sind zudem mit einer sehr effektiven Schleimschicht ausgestattet, die bereits viele Krankheiten erst gar nicht an den Fisch heran lassen.

Wann kommt es nun aber zu Krankheiten?
Eine große Gefahr stellt die direkte Infizierung des Beckens durch neue Fische oder auch durch Pflanzen dar (egal ob aus dem Handel oder auch von Freunden). Wurden einer oder mehrere neue Fische wurden in das Aquarium eingesetzt, können diese - obwohl anfänglich rein äußerlich gesund - Überträger von Krankheiten sein und eine sehr große Zahl Krankheitserreger ins Becken bringen, und die Fische anstecken. Ebenso können die Fische durch schlechtes Futter infiziert werden (altes Futter: Flockenfutter kann z. B. feucht werden und faulen; zuviel/zu wenig Futter; unausgewogene Ernährung ...).

Die zweite große Ursache von Krankheiten ist die Infizierung der Fische durch im Becken vorhandene Krankheitserreger. Diese Krankheitserreger haben aber nur dann eine Chance, wenn widrige Begleitumstände das Becken zusätzlich belasten oder die Fische starkem Stress ausgesetzt sind, wie z.B. durch
- zu seltener Wasserwechsel (schließlich wird die Anzahl der Keime so am effektivsten verringert und klein gehalten, ... weg ist weg)
- äußere Verletzungen (Kampf ums Revier, zu heftige Balz...), dadurch wird die schützende Schleimschicht zerstört
- plötzliche Temperaturveränderung
- Filter/Pumpe funktioniert nicht mehr
- Scheibenklopfen,
- Überbesatz
- und viele weitere Punkte.
Ausführliche Informationen findet man in fast jedem Aquarium-Buch. Verhindern lässt es sich leider selten. Das A und O ist eine gute Beobachtung der Fisch um die Symptome früh zu erkennen und handeln zu können.

Wir werden hier Krankheit aufführen, die wir auch schon im Becken hatten. Fotos können wir im Augenblick noch nicht bieten, auch wenn diese in den meisten Fällen wohl am Aussagekräftigesten wären. Wir haben bisher immer so mit unseren Fischen gelitten, dass wir nicht auf die Idee gekommen sind, diese in Augenblicken der Qual zu fotografieren.

Hausapotheke:

wir haben in unserer Fisch-Hausapotheke immer zur Hand:
- Arzneimittel für tropische Süßwasserzierfische - gegen Pünktchenkrankheit -
- Arzneimittel für tropische Süßwasserzierfische - Breitbandwirkung -
denn sehr oft erkennt man Krankheiten am Wochenende, wenn man dem Aquarium mehr Zeit widmet (und welcher Laden hat dann noch geöffnet?).
So kann man auf jeden Fall schnell handeln.
Auf den Medikamenten sind meistens auch die Symptome und Krankheiten ausführlich beschrieben.

Anwendung von Medikamenten:

Auch wenn es hart klingt, stehen die Kosten für Medikamente oft in keinem Verhältnis zum "Wert" der kranken Fische. Daraus folgt, dass bei uns ein Schwarmfisch oft schneller "abgeschrieben" wird als ein "Charakter-Fisch". Optimal ist natürlich, wenn man ein Quarantänebecken hat. Bei uns scheitert dies leider am beschränkten Platzangebot unserer Wohnung. Aber die Not macht erfinderisch.
Eine sehr gute, kostengünstige Alternative für einen kranken Fisch ist folgende Plastikbeutel-Variante:
Dichten Plastikbeutel (erhält man beim Kauf von Fischen, oder alternativ Gefrierbeutel) mit Wasser aus dem Aquarium füllen und mit Wäscheklammer innerhalb des Aquariums an der Abdeckung oder am Rand befestigen.
Vorteile: man benötigt weitaus weniger Medizin als in einem großen Becken, die Lichtverhältnisse für den kranken Fisch ändern sich nicht, die Temperatur wird automatisch mitgeregelt und es gibt keinen Temperaturwechsel und es wird nicht das ganze Becken belastet wird. Außerdem kann man den kranken Fisch sehr gut beobachten, und im Todesfall, wird der kranke Fisch nicht von den anderen Fischen gefressen, was diese wiederum einem sehr hohen Ansteckungsrisiko aussetzen würde. Meistens findet man ja von einem toten Fisch nichts mehr, oder zumindest nicht mehr viel, wenn man ihn nicht innerhalb weniger Stunden entdeckt oder er über Nacht stirbt.
Bitte unbedingt beachten:
Das Wasser für die Plastikbeutel-Variante oder auch ein Quarantänebecken immer aus dem Aquarium nehmen, um den kranken Fisch nicht zusätzlich durch einen kompletten Wasserwechsel zu belasten. Das Wasser aus dem Beutel nach der Behandlung nicht ins Becken kippen. Wir empfehlen die Wassereimer-Netz-Technik, die sich auch beim Einsetzen neuer Fische hervorragen eignet, denn das „Transportwasser“ ist durch Stoffe, die die Fische durch den Transportstress abgeben sehr stark belastet. Hierzu benötigen wir ein Netz und einen Wassereimer. Netz über den Wassereimer halten. Wasser und Fisch aus dem Beutel in das Netz schütten und den Fisch direkt in das Becken einsetzten. Wasser in den Abfluss schütten.
Die Schädigung der Pflanzen bei einer Becken-Voll-Behandlung ist nicht zu unterschätzen. Und natürlich auch die Belastung für die "gesunden" Fische durch die Medikamente, abgesehen von dem Aufwand den man mit der evtl. folgenden Aktivkohlefilterung hat. Sind jedoch mehrere Fische betroffen, bleibt einem nichts anderes übrig, als das Medikament direkt ins Becken zu schütten und die oben genannten Nachteil in Kauf zu nehmen.


Wann reagiere ich wie?

Unsere Vorgehensweise ist bestimmt nicht wissenschaftlich korrekt, hat sich aber nun doch seit einiger Zeit bewährt:
Ist nur ein Fisch krank wenden wir immer die oben beschriebene Plastikbeutel-Variante an. Zusätzlich sind folgende Maßnahmen sehr sinnvoll:
- großzügiger Wasserwechsel im Becken (ca. 25 %)
- Fische in den nächsten Tagen sehr gut beobachten

- werden weitere Fische krank, sofort Medizin nach Anleitung ins gesamte Becken geben
Eine zusätzliche Möglichkeit besteht auch darin, gleich nach der Entnahme des kranken Fisches zur Vorbeugung eine geringere Menge Medizin (entsprechend der Anleitung) ins Becken zu geben, was wir jedoch nicht machen. Unserer Meinung nach sollte man auch bei Fischen nicht unnötig viel Medizin verabreichen. Bei uns waren zumindestens bisher auch alle entdeckten Krankheiten Einzelfälle. Leider ist es beim Glotzauge und der von uns vermuteten Bauchwassersucht (es ist immer sehr schwierig, Fischkrankheiten eindeutig zu bestimmen, siehe hierzu auch Fachliteratur) ohne Heilung geblieben
.
Sind bei Entdeckung der ersten Symptome bereits mehrere Fische krank, sofort Medizin ins gesamte Becken geben.

Ein direktes, wenn vielleicht auch hart klingendes Wort zum Krankheitsverlauf. Leider wird ein kranker Fisch oft erst entdeckt, wenn es eigentlich schon zu spät ist und auch jede Hilfe zu spät kommt (siehe oben). Viele Krankheiten werden erst dann für den Laien sichtbar, wenn die Symptome für eine Heilung schon zu weit fortgeschritten sind. Ein dickes Glotzauge wird nie wieder ein gesundes Auge. Das einzige was man als Aquarianer also machen kann, ist den Verlust so gering wie möglich zu halten und versuchen die "gesunden" Fische zu retten, und den kranken Fisch auch rechtzeitig von seinen Qualen zu erlösen.
Zur Aufmunterung ist aber auch zu sagen, dass vorallem bei Ichtyo und Flossenfäule (siehe unten) die Heilungschanzen auch für kranke Fische nicht ganz schlecht sind, da diese Krankheiten meist in einem sehr frühen Stadium entdeckt werden können.

Krankheiten:

Ichtyophthirius/Pünktchenkrankheit (Kurz auch nur Ichtyo)
Symptome: Weiße Punkte (ca. 1mm groß) auf dem Körper
Behandlung: Medikament aus dem Fachhandel (gegen Pünktchenkrankheit), Fisch in Quarantänebecken isolieren oder in Tüte (Beschreibung siehe oben), je nach schwere das ganze Becken behandeln
Anmerkung: ist sehr ansteckend, aber gut heilbar

Glotzauge
Symptome: ein oder beide Augen quellen stark hervor
Behandlung: Medikamente aus dem Fachhandel, Fisch unbedingt isolieren
Anmerkung: häufig bei Barschen, zumindest im fortgeschrittenen Stadium nicht heilbar,

Bauchwassersucht
Symptome: aufgeblähter Bauch
Behandlung: Medikamente aus dem Fachhandel, Fisch isolieren
Anmerkung: schon in Kombination mit Glotzauge bei uns vorgekommen, Fisch sofort entfernt

Flossenfäule
Symptome: ausgefranste Flossen, die an den Kanten weißlich belegt sind
Behandlung: Medikament aus dem Fachhandel (-Breitbandwirkung-), Fisch isolieren
Anmerkung: häufig Folge von Verletzungen an den Flossen, bei früher Erkennung gut heilbar, keine Ansteckung bei nicht verletzten Fischen beobachtet, Flossen wachsen auch sehr gut nach